Montag, Januar 12, 2026
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Polestar mit Rekordjahr: Absatz, Markt und Einordnung 2025

Key Takeaways

  • Polestar verzeichnete 2025 ein Rekordjahr mit einem Absatz von rund 60.000 Fahrzeugen, während der E-Auto-Markt insgesamt stagnierte.
  • Die Marke konnte sich im Premiumsegment gegen etablierte Wettbewerber behaupten, ohne auf kurzfristige Rabatte zu setzen.
  • Die Neuzulassungen in Deutschland stiegen um über 57%, begünstigt durch attraktive Steuerbedingungen für Elektrofahrzeuge.
  • Polestar bietet eine praktische Technik mit guten Reichweiten und nutzerfreundlicher Ladeplanung, was für Einsteiger wichtig ist.
  • Der Ausblick bleibt vorsichtig, da Risiken wie Preisdruck im Premiumsegment und eine uneinheitliche Ladeinfrastruktur bestehen.

Ein starkes Signal in einem angespannten E-Auto-Markt

Der Markt für Elektroautos hat sich 2025 spürbar abgekühlt. Hohe Fahrzeugpreise, unsichere Förderbedingungen und steigende Finanzierungskosten haben viele Kaufentscheidungen verzögert. Umso genauer lohnt sich der Blick auf Hersteller, die sich diesem Trend entziehen konnten. Polestar mit Rekordjahr ist dabei mehr als eine reine Erfolgszahl aus einer Pressemeldung. Es ist ein Indikator dafür, dass bestimmte Konzepte im Elektroautomarkt derzeit besser funktionieren als andere.

Mit rund 60.000 abgesetzten Einheiten weltweit legte der schwedische Elektroautohersteller im vergangenen Jahr deutlich zu. Das Plus von 34 Prozent gegenüber 2024 fällt in eine Phase, in der viele Wettbewerber bestenfalls stagnieren. Für Einsteiger in die Elektromobilität stellt sich damit weniger die Frage nach Börsenwerten oder Quartalsvergleichen, sondern vielmehr: Was sagt dieses Wachstum über Alltagstauglichkeit, Angebot und Perspektive der Marke aus?

Polestar mit Rekordjahr: Einordnung in Markt und Wettbewerb

Ein Rekordjahr klingt zunächst nach einer klaren Erfolgsgeschichte. Doch erst der Vergleich macht die Zahlen greifbar. Während der europäische E-Auto-Markt 2025 nur moderat wuchs und einzelne Länder sogar rückläufige Neuzulassungen meldeten, konnte Polestar seinen Absatz deutlich steigern. Das Unternehmen setzte im Gesamtjahr rund 60.119 Fahrzeuge ab, davon etwa 15.600 allein im vierten Quartal.

Diese Entwicklung ist bemerkenswert, weil Polestar nicht im Volumensegment unterwegs ist. Die Marke positioniert sich klar im Premiumbereich und konkurriert dort mit Herstellern wie BMW, Mercedes-Benz, Audi oder Tesla. Gleichzeitig fehlt ihr noch die jahrzehntelange Markenbindung dieser Anbieter. Dass Polestar mit Rekordjahr dennoch Marktanteile gewinnen konnte, spricht für eine funktionierende Kombination aus Produktangebot, Preisstruktur und Markenprofil.

Ein weiterer Punkt: Polestar profitiert nicht von kurzfristigen Rabattschlachten. Während einige Hersteller ihre Preise 2024 und 2025 mehrfach senkten, blieb Polestar vergleichsweise stabil. Für Käufer kann das langfristig relevant sein, etwa beim Wiederverkaufswert oder beim Leasing.

Technik verständlich erklärt: Reichweite, Laden, Alltag

Für viele Interessenten entscheidet nicht das Design, sondern die Alltagstauglichkeit. Polestar setzt hier auf bekannte technische Grundlagen, ohne extreme Experimente. Die aktuellen Modelle erreichen je nach Version realistische Reichweiten zwischen etwa 450 und über 600 Kilometern nach WLTP. Im Alltag bedeutet das: Wer täglich pendelt oder regelmäßig längere Strecken fährt, kommt mit wenigen Ladevorgängen pro Woche aus.

Beim Schnellladen unterstützen die Fahrzeuge hohe Ladeleistungen, sodass unter optimalen Bedingungen rund 30 Minuten genügen, um den Akku von zehn auf 80 Prozent zu bringen. Das ist kein Spitzenwert im Markt, aber praxistauglich. Entscheidend bleibt die Ladeinfrastruktur. Entlang der Autobahnen hat sich die Situation in den vergangenen Jahren verbessert, im ländlichen Raum gibt es jedoch weiterhin Lücken.

Gerade für Einsteiger ist wichtig zu verstehen: Die Technik ist ausgereift genug für den Alltag, setzt aber voraus, dass Laden eingeplant wird. Polestar bietet dafür integrierte Routen- und Ladeplanung, die auf Google-Diensten basiert und in der Praxis meist zuverlässig arbeitet.

Polestar mit Rekordjahr im deutschen Markt

Besonders deutlich zeigt sich das Wachstum in Deutschland. Mit 5.007 Neuzulassungen im Jahr 2025 legte Polestar hierzulande um mehr als 57 Prozent zu. Damit zählt die Marke zu den stärksten Wachstumsgewinnern im Premiumsegment. Polestar mit Rekordjahr hat in Deutschland mehrere Ursachen, die für private Käufer und Flotten gleichermaßen relevant sind.

Zum einen spielt der Dienstwagenmarkt eine zentrale Rolle. Die weiterhin günstige Besteuerung von Elektrofahrzeugen macht Modelle wie den Polestar 2 oder Polestar 4 für Unternehmen attraktiv. Zum anderen wächst das Interesse privater Käufer, die bewusst ein Elektroauto suchen, sich aber nicht für eine der klassischen deutschen Premiummarken entscheiden möchten.

Hinzu kommt der Ausbau der Präsenz vor Ort. Polestar hat 2025 mehrere neue sogenannte Polestar Spaces eröffnet, unter anderem in Berlin, München und Karlsruhe. Diese Standorte dienen weniger als klassische Autohäuser, sondern als Anlaufstellen für Beratung, Probefahrten und Fahrzeugübergaben. Bis 2027 sollen es rund 30 Standorte in Deutschland werden.

Service und Betreuung: Weniger Exot als gedacht

Ein häufiger Vorbehalt gegenüber jüngeren Automarken betrifft den Service. Polestar begegnet diesem Punkt mit einem dichten Netz von über 200 Servicepartnern in Deutschland, häufig angesiedelt bei bestehenden Volvo-Werkstätten. Für Kunden bedeutet das: Wartung und Reparaturen sind meist wohnortnah möglich, auch wenn kein Polestar Space in der Nähe ist.

Gerade für Einsteiger ist das ein wichtiger Aspekt. Die Angst vor einem „Exoten“, für den es im Schadensfall keine Werkstatt gibt, relativiert sich dadurch deutlich. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die persönliche Nähe zu einem festen Händler, wie sie viele Käufer von klassischen Marken kennen, bei Polestar bewusst anders organisiert ist.

Modellstrategie zwischen Gegenwart und Zukunft

Zum aktuellen Erfolg tragen mehrere Modelle bei. Der Polestar 2 bildet weiterhin das Rückgrat der Marke und spricht Fahrer an, die eine sportlich geschnittene Mittelklasse-Limousine suchen. Mit dem Polestar 3 als großem SUV und dem Polestar 4 im Coupé-SUV-Format deckt das Unternehmen zusätzliche, stark nachgefragte Segmente ab.

Darüber hinaus ist der Polestar 5 als viertüriger Gran Turismo Teil des Portfolios und richtet sich an eine kleinere, besonders design- und leistungsorientierte Zielgruppe. Für viele deutsche Käufer dürfte jedoch ein anderes Modell besonders interessant sein: der angekündigte Polestar 7. Das kompakte SUV soll in Europa produziert werden und könnte preislich unterhalb der bisherigen Modelle angesiedelt sein. Lokale Fertigung ist für manche Käufer ein wichtiges Argument, sei es aus Lieferketten-, Nachhaltigkeits- oder Imagegründen.

Chancen und Risiken nach dem Polestar mit Rekordjahr

Aus Käufersicht bringt das starke Wachstum klare Chancen. Die Marke gewinnt an Sichtbarkeit, das Modellangebot wird breiter und der Gebrauchtwagenmarkt dürfte sich in den kommenden Jahren stabilisieren. Wer heute least oder kauft, profitiert potenziell von besseren Restwerten und einer aktiven Weiterentwicklung der Software.

Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen. Die Ladeinfrastruktur entwickelt sich regional unterschiedlich schnell, und nicht jeder Haushalt kann zu Hause laden. Zudem sind moderne Elektroautos stark softwareabhängig. Updates können Funktionen verbessern, führen aber gelegentlich auch zu Fehlern. Polestar mit Rekordjahr ändert nichts daran, dass Käufer sich bewusst auf ein digitales Fahrzeugkonzept einlassen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der intensive Wettbewerb. Sollte der Preisdruck im Premiumsegment weiter steigen, könnte das auch etablierte Strategien unter Druck setzen. Polestar setzt bislang auf kontrolliertes Wachstum statt auf aggressive Preissenkungen.

Finanzen und Ausblick

Abseits des Fahrzeuggeschäfts spielt auch die wirtschaftliche Stabilität eine Rolle. Polestar ist an der US-Börse Nasdaq notiert und hat Ende 2025 durch eine Anpassung des Aktienverhältnisses wieder die formalen Listing-Anforderungen erfüllt. Für Endkunden ist das kein unmittelbares Kaufargument, aber ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen seine Rahmenbedingungen aktiv steuert.

Ein für Februar 2026 angekündigtes Strategie-Update soll neue Einblicke in Produktplanung und finanzielle Perspektiven geben. Für Interessenten dürfte dabei vor allem relevant sein, wie schnell neue Modelle kommen und wie sich Preise und Ausstattungen entwickeln.

Alltagsperspektive: Was bedeutet das für Einsteiger?

Im täglichen Einsatz zeigen sich die Fahrzeuge als komfortable, leise und gut verarbeitete Elektroautos. Die Bedienung ist stark digital geprägt, bleibt aber verständlich. Wer von einem modernen Verbrenner umsteigt, findet sich meist schnell zurecht. Besonders die Integration von Navigation und Ladeplanung hilft, Reichweitenangst abzubauen.

Die Betriebskosten liegen, abhängig vom Strompreis, oft unter denen vergleichbarer Verbrenner. Weniger Wartung und geringerer Verschleiß gleichen den höheren Kaufpreis zumindest teilweise aus. Für viele Käufer ist genau diese Gesamtrechnung entscheidend.

Fazit: Ein starkes Jahr mit realistischem Blick nach vorn

Polestar mit Rekordjahr steht nicht für einen kurzfristigen Hype, sondern für eine Phase stabilen Wachstums in einem schwierigen Marktumfeld. Die Marke hat gezeigt, dass Premium-Elektroautos auch ohne aggressive Rabatte Abnehmer finden können, wenn Technik, Design und Vertrieb zusammenpassen.

Für Einsteiger in die Elektromobilität ist Polestar damit eine ernstzunehmende Option – nicht mehr und nicht weniger. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich der Wachstumskurs verstetigen lässt. Die Zahlen aus 2025 liefern dafür eine belastbare Grundlage, ersetzen aber keine nüchterne Betrachtung der eigenen Bedürfnisse im Alltag.

Foto/Quelle: Polestar

Markus Elsässer
Markus Elsässer
Markus Elsässer ist Gründer und Herausgeber des StartupValley Magazins und unterstützt mit seiner langjährigen Erfahrung Gründer und Start-ups mit praxisnahen Strategien und innovativen Lösungsansätzen. Neben der Organisation von Start-up-Events und Investitionen in zukunftsweisende Projekte begleitet er nun mit seinem Team den Umstieg von Verbrenner auf Elektromobilität im neuen Elektroauto-Magazin eAUTO Einsteiger – sowohl redaktionell als auch auf YouTube.

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