Verkaufsrekord trotz US-Gegenwind: Polestar liefert im ersten Halbjahr 2026 über 30.000 Fahrzeuge aus
GÖTEBORG – Der schwedische Elektroauto-Hersteller Polestar (Nasdaq: PSNY) hat im ersten Halbjahr 2026 mit weltweit geschätzt 30.423 ausgelieferten Fahrzeugen einen neuen Absatzrekord im Endkundenvertrieb (Retail Sales) erzielt. Wie das Unternehmen am 13. Juli 2026 bekannt gab, stützten vor allem europäische Kernmärkte wie Deutschland und Großbritannien sowie der konsequente Ausbau des globalen Händlernetzwerkes das Wachstum. Überschattet wird die Bilanz jedoch von verschärften regulatorischen Hürden in den USA, die das Quartalsergebnis im direkten Vorjahresvergleich dämpften.
Key Takeaways
- Polestar erzielt im ersten Halbjahr 2026 mit 30.423 ausgelieferten Fahrzeugen einen neuen Verkaufsrekord, unterstützt durch starke Märkte in Europa.
- Obwohl die Gesamtverkäufe um nur 0,4 % steigen, zeigt sich ohne das US-Geschäft ein Absatzplus von 3,1 % auf 28.562 Einheiten.
- Regulatorische Hürden in den USA, insbesondere die ‚Connected Vehicle Rule‘, belasten das Übersee-Geschäft von Polestar.
- Ein Umbau der Vertriebsstruktur durch verstärkten Einsatz von Handelsgruppen und die Eröffnung neuer Verkaufsstellen führen zu steigenden Zulassungszahlen, auch in Österreich.
- Die Produktion des neuen Modells Polestar 4 hat begonnen, mit ersten Auslieferungen in Europa im vierten Quartal 2026.
Inhaltsverzeichnis
Zweistelliges Wachstum in Europa kompensiert US-Regulierung
Während die globalen Gesamtauslieferungen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um hauchzarte 0,4 Prozent zulegten, offenbart der Blick ins Detail eine deutliche Verschiebung der geografischen Absatzströme. Bereinigt um das volatile US-amerikanische Geschäft stiegen die Verkäufe von Polestar im ersten Halbjahr um solide 3,1 Prozent auf 28.562 Einheiten.
Hintergrund dieser Diskrepanz ist ein geopolitischer Dämpfer: Die restriktiven Pläne der US-Behörden zur sogenannten „Connected Vehicle Rule“ – die chinesische Hard- und Software in vernetzten Fahrzeugen einschränken will – belasten das Übersee-Geschäft des Herstellers, der stark in chinesische Lieferketten und Produktionsstrukturen eingebunden ist. Entsprechend weist Polestar seine Zahlen nun proaktiv bereinigt aus. Dennoch zeigt sich die neue Unternehmensführung um CEO Michael Lohscheller widerstandsfähig:
„Trotz der spürbaren regulatorischen Hürden und eines allgemein anspruchsvollen Marktumfelds einen neuen Verkaufsrekord im ersten Halbjahr zu erzielen, ist für uns ein bedeutender Erfolg. Wir machen im gesamten Unternehmen gute operative Fortschritte und verzeichnen ein starkes Wachstum in mehreren unserer wichtigsten Märkte – insbesondere in Deutschland, Großbritannien, Südkorea sowie auf der Iberischen Halbinsel.“
Netzwerk-Offensive und Aufwind in Österreich
Ein wesentlicher Hebel für die steigenden Zulassungszahlen ist der radikale Umbau der Vertriebsstruktur. Polestar verabschiedet sich schrittweise vom reinen Direktvertrieb („Agency-Modell“) und bindet etablierte Autohandelsgruppen eng an sich. Die Anzahl der weltweiten Retail-Standorte stieg im Vorjahresvergleich um stolze 39 Prozent auf mittlerweile 235 „Spaces“.
Dieser Strategiewechsel trägt auch in Österreich Früchte. Wie das Unternehmen mitteilte, kletterten die Neuzulassungen im Alpenland im ersten Halbjahr um 3 Prozent. Der Ausbau der physischen Präsenz ist hierbei beachtlich: Binnen zwölf Monaten wuchs das österreichische Standortnetz von drei auf elf Stützpunkte an.
Matthias Schabetsberger, Geschäftsführer von Polestar Österreich, sieht darin das Fundament für eine anhaltende Expansion:
„Das erste Halbjahr war für uns in Österreich erfolgreich. Besonders das starke zweite Quartal zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mit dem rasanten Ausbau unserer Standorte von drei auf elf sind wir nun viel näher an unseren Kunden. Zusammen mit der gestiegenen Markenbekanntheit und dem wachsenden Modellportfolio haben wir die perfekte Basis für unsere weitere Expansion geschaffen.“
Die Entwicklung der Retail Sales im Überblick
| Zeitraum / Kennzahl | H1 2026 | H1 2025 | Veränderung |
| Retail Sales (Gesamt) | 30.423 | 30.289 | +0,4 % |
| Retail Sales (exkl. USA) | 28.562 | 27.712 | +3,1 % |
| Q2 Retail Sales (Gesamt) | 17.296 | 18.026 | -4,0 % |
| Q2 Retail Sales (exkl. USA) | 16.175 | 16.818 | -3,9 % |
Modelloffensive im Visier: Produktion des Polestar 4 gestartet
Um den Wachstumspfad mittelfristig zu sichern, steht Polestar vor entscheidenden Produktanläufen. Der Druck auf das bestehende Portfolio, das lange Zeit primär von der alternden Limousine Polestar 2 getragen wurde, ist hoch. Nun soll frische Produktsubstanz die Wende bringen.
Die Produktion des neuen SUV-Coupés Polestar 4 ist bereits angelaufen; erste Kundenauslieferungen in Europa werden für das vierte Quartal 2026 erwartet. Kurz davor stehen zudem die ersten Übergaben des luxuriösen viertürigen GT Polestar 5.
Zudem plant das Unternehmen eine stärkere geografische Diversifikation der Fertigungsstätten, um künftigen geopolitischen Zöllen und Handelskonflikten zu entgehen. So soll das spätere Volumenmodell Polestar 7 in Europa vom Band laufen, während die Produktion aktuell noch auf Nordamerika und Asien aufgeteilt ist.
Polestar hat im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Absatzrekord von geschätzten 30.423 Fahrzeugen (Retail Sales) erzielt. Dies entspricht einem leichten Zuwachs von 0,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Grund dafür sind regulatorische Herausforderungen im Zusammenhang mit der US-amerikanischen „Connected Vehicle Rule“, die Einschränkungen für chinesische Hard- und Software vorsieht. Ohne das US-Geschäft verzeichnete Polestar mit 28.562 Fahrzeugen ein starkes Absatzplus von 3,1 % im ersten Halbjahr.
Foto/Quelle: Polestar



